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Genauer Bluttest für Alzheimer am Horizont

Forscher in Deutschland haben einen neuen Bluttest identifiziert, der in Zukunft eine viel frühere Diagnose von Alzheimer und anderen degenerativen Erkrankungen liefern könnte.

Das Team von der Universität des Saarlandes und von Siemens Healthcare beschreibt ihren Test im Open-Access-Journal Genom-Biologie. Sie fanden heraus, dass es verwendet werden könnte, um zwischen Menschen mit Alzheimer und gesunden Menschen ohne Demenz zu unterscheiden.

Die Alzheimer-Krankheit, die häufigste Form der Demenz, kann derzeit nur mit Sicherheit bei der Autopsie diagnostiziert werden, so dass ein erhebliches Interesse besteht, zuverlässige, nicht-invasive Biomarker für die Diagnose bei lebenden Menschen zu finden.

Andreas Keller konzentrierte sich auf microRNAs (miRNAs) und arbeitete mit Kollegen von Siemens Healthcare, der Universität des Saarlandes in Homburg, und drei weiteren deutschen Universitäten sowie dem Scripps Research Institute in La Jolla, Kalifornien, zusammen. Es ist bekannt, dass die kleinen nicht-kodierenden RNA-Moleküle die Art und Weise beeinflussen, wie Gene exprimiert werden, und miRNAs können in Körperflüssigkeiten, einschließlich Blut, zirkulieren.

Das Team hob ein "Signatur" -Panel von 12 miRNAs unter 48 Personen mit Alzheimer und 22 gesunden Kontrollpersonen hervor und testete es und entdeckte verschiedene Ebenen bei Menschen mit Demenz.

Anschließend entwickelten sie die Tests in einer größeren Kohorte von 202 Personen, die neben gesunden Menschen mit Alzheimer auch Patienten mit anderen neurologischen und neurodegenerativen Erkrankungen umfasst.

Hier konnte der neue Test Menschen mit Alzheimer nicht nur zuverlässig von den Kontrollen bei normaler Gesundheit unterscheiden, sondern auch andere Zustände erkennen.

Vielversprechende Ergebnisse

Nützliche Biomarker müssen genau sein, sensibel (Menschen mit der Krankheit richtig identifizieren) und spezifisch (Personen ohne die Krankheit richtig ausfiltern).

Der neue Test punktete bei allen drei Maßnahmen. Es war:

  • 93% genau
  • 95% empfindlich
  • 92% spezifisch.

Die Autoren weisen jedoch darauf hin, dass der Bluttest, obwohl er offensichtlich vielversprechend ist, dennoch für den klinischen Einsatz validiert werden muss und möglicherweise am besten funktioniert, wenn er mit anderen Standarddiagnosewerkzeugen wie der Bildgebung kombiniert wird.

Da Menschen mit anderen Gehirnerkrankungen manchmal Alzheimer-ähnliche Symptome zeigen können, suchte das Team auch in anderen Patientengruppen nach der miRNA-Signatur. Interessanterweise wurden die 12 miRNAs aufgrund ihres Potentials ausgewählt, die Alzheimer-Krankheit von Kontrollen zu trennen, wobei die gleiche Signatur mehr als 95% genau bei der Unterscheidung von Kontrollen von Menschen mit verschiedenen psychiatrischen Störungen wie Schizophrenie, Depression und bipolaren Zuständen war.

Es war weniger genau (etwa 82%) bei der Unterscheidung von Patienten mit anderen neurodegenerativen Erkrankungen, wie leichte kognitive Beeinträchtigung, Parkinson-Krankheit und Multiple Sklerose, von Kontrollen.

Der Test war auch in der Lage, zwischen Alzheimer-Patienten und Patienten mit anderen neurodegenerativen Erkrankungen mit einer Genauigkeit von etwa 75% zu unterscheiden.

Zukunftspotential

Die Autoren glauben, dass die Genauigkeit bei der Unterscheidung von Alzheimer-Krankheit von der breiteren Palette von neurodegenerativen Zuständen verbessert werden könnte, indem die miRNAs, die im Test verwendet werden, optimiert werden. Sie erklärten:

"Da die 12-miRNA-Signatur darauf zugeschnitten ist, zwischen Alzheimer-Krankheit und Kontrollen zu unterscheiden, könnten andere miRNAs wahrscheinlich zu einer Signatur beitragen, die auch eine bessere Differenzierung zwischen den anderen getesteten Krankheiten und der Alzheimer-Krankheit ermöglicht."

Die Arbeit am Saarland baut auf früheren Studien auf, die das Potenzial von miRNAs als blutbasierte Biomarker für viele Krankheiten, einschließlich zahlreicher Krebsarten, aufzeigen. Es legt außerdem nahe, dass miRNAs nützliche Biomarker für verschiedene Hirnerkrankungen liefern könnten und wirft ein weiteres Licht auf die Mechanismen, die der Alzheimer-Krankheit zugrunde liegen.

Von zwei der miRNAs ist bekannt, dass sie an der Amyloid-Vorläufer-Protein-Prozessierung beteiligt sind, die selbst an der Bildung von Plaques beteiligt ist, einem klassischen Kennzeichen der Alzheimer-Krankheit. Weiterhin wird angenommen, dass viele der miRNAs das Wachstum und die Form von Neuronen im sich entwickelnden Gehirn beeinflussen.

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